Vom Elbwanderweg zum Sichtachsen-Wanderweg?

Vor gar nicht langer Zeit war der Elbblick noch für alle da. Noch Anfang 2000 hatte man vom Elbwanderweg einen ungehinderten Blick auf Fluss und Horizont.

Heute schon schränken zahlreiche Bauten aus Glas, Stahl und Beton den Blick ein. Und es sollen immer mehr und immer höhere Gebäude entstehen. Die Stadt Hamburg verkauft Grundstücke, die uns allen gehören, an private Investoren – wir werden nicht gefragt! Diese Orte gehen der Öffentlichkeit für die Zukunft verloren. Der Elbblick wird privatisiert: Er ist denen vorbehalten, die genug Geld haben, sich eine Wohnung in einem der Wohntürme zu leisten oder denen, die einen Arbeitsplatz in einem der vielen Bürogebäude finden.

Zum Teil verkauft die Stadt sogar mehr als die Vorgaben aus geltenden Bebauungsplänen hergibt. Auf der sogenannten Sichelfläche (am unteren Ende des Donnersparks) z.B. sind derzeit nur 12.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche erlaubt. Verkauft wurden jedoch 18.000 Quadratmeter. (siehe welt online vom 25.04.2010) Im Nachhinein soll dieses, auf drängen des Bauherren, durch eine Änderung des Bebauungsplans legitimiert werden. Als Bürger im April 2010 diese Praxis kritisieren, drohen die verantwortlichen Politiker mit Kosten eventueller Regressforderungen.

Wer mehr verkauft als er hat, ist ein Betrüger.

Was auch keiner merken will: in Hamburg stehen 1.200.000 Quadratmeter Bürofläche leer (siehe Hamburger Abendblatt vom 03.06.2010) – dennoch werden Elbblick und Parkflächen neuen Bürogebäuden geopfert.

Der Weg vom Fischmarkt bis nach Neumühlen wird für Touristik und Investoren aufbereitet. Events statt Besinnlickeit.

Beispiel: Am Cruise Center Altona sollen jährlich 50 Schiffe mit einer Länge von bis zu 300 Metern festmachen. „Darüber hinaus ist ein Zugewinn an Flair und Attraktivität des Viertels durch das Kreuzfahrtterminal selbst zu erwarten“, so die offizielle Verlautbarung.
Klartext: Verkehrslärm, Feuerwerk, Schiffsgehupe, Hubschraubergetöse und lautstarke Happening-Musik werden den Elbpark und die umliegenden Wohngebiete beschallen.

Der Tourismusstandort Hamburg hat einen weiteren Anlaufpunkt – der Bürger guckt in die Rußwolke.

Die Bürger sind besorgt: Was soll aus dem Elbwanderweg werden?
Die Stadt beschwichtigt: „Öffentliche Flächen werden, mit Durchblicken auf die Elbe, neu definiert.“ (Siehe auch)
Mit anderen Worten: Uns bleiben die Sichtachsen.

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